Vorarlberg ist ein Übernachtungs-Revier für Standorttreue: Du suchst dir einen Ort, bleibst dort die ganze Woche und lässt das Gepäck liegen. Die Entfernungen im Land geben das her: Vom Bodensee bis in die hintersten Talschlüsse liegt alles dicht beieinander, und von einem passenden Standort aus bist du morgens in wenigen Minuten am Fuß der ersten Auffahrt.
Dazu kommt die Vielfalt an Unterkünften. Vom bikergerechten Hotel mit abschließbarer Garage über den urigen Vorarlberger Gasthof, die Ferienwohnung für die Gruppe, den Urlaub am Bauernhof im Bregenzerwald bis zur Alpenvereinshütte hoch oben und dem Zeltplatz im Tal – Vorarlberg deckt jede Übernachtungsform ab, und das in einer Region, die für ihre Wirtshauskultur und ihr Handwerk bekannt ist.
Die passenden Strecken, Touren und Region-Tipps in Vorarlberg findest du auf motorradvorarlberg.de – unserem Motorrad-Guide für das ganze Revier.
Empfohlene Motorradhotels in Vorarlberg
Weitere geprüfte Häuser

s´Matt3

Hotel Gasthof Adler

Hotel Gotthard

Ferienbauernhof Erath

Café & Pension Egg'spresso

Kräuter & Spa DAS SCHÄFER

Schlosshotel Dörflinger

Hotel Enzian

Aparthotel Alpenrose

Krone Hittisau - Hotel & Restaurant im Bregenzerwald

Hotel Birkenhöhe

Hotel Bergerhof

Hotel & Restaurant Der Hirschen

Genuss- & Aktivhotel Sonnenburg

Hotel Löwen

Landhaus Greber

DAS KLEEMANNs

Pension Zum Löwen

Landhotel Hirschen

Olympiazentrum Vorarlberg

Gasthof Löwen

Hotel Gasthof Krönele

Familienhotel Lagant

Lamm Hotel Restaurant Café

Hotel Tannbergerhof

Balma Restaurant | Suites

Sternen Hotel

Hotel Pfeifer
Ferienwohnungen in Vorarlberg
FerienwohnungBergchalet Baad
FerienwohnungKrähenberg am Rande der Wildnis
FerienwohnungPeterhof Chalets
FerienwohnungLUX ALP Chalet | Secret Mountain
FerienwohnungAppartements Rössle
FerienwohnungClaudia Madlener Ferienwohnungen
FerienwohnungApartment KFJ
FerienwohnungDà Ingo - Pizzeria, Apartments & More
Talstruktur statt Ortsname: was die Geografie über dein Quartier entscheidet
Vorarlberg lässt sich auf eine einfache Grundform bringen: eine durchgehende Längsachse vom Bodensee durchs Rheintal und den Walgau nach Bludenz und weiter durchs Klostertal hinauf zum Arlberg. Daran hängt ein Kamm von Seitentälern, und die meisten davon enden. Wer das vor der Quartiersuche im Kopf hat, entscheidet nach Talform statt nach Ortsname.
Ein Bett im Talschluss bezahlst du mit Wiederholungskilometern. Das Brandnertal endet oberhalb von Brand, das Silbertal hinter dem gleichnamigen Dorf, Gargellen liegt am oberen Ende eines Seitenastes, der bei St. Gallenkirch abzweigt. Das Montafon ist das längste dieser Täler und läuft von Bludenz bis Partenen. Wer dort oben schläft, fährt die Talstrecke zweimal am Tag — morgens hinaus, abends wieder hinein. Das ist kein Argument gegen solche Quartiere, sondern eine Rechengröße: Rechne die doppelte Talstrecke in jede Tagesplanung ein, dann stimmt am Abend die Ankunftszeit.
Zwei Seitentäler brechen aus dem Muster aus, und das macht sie als Standort interessant. Aus dem Laternsertal führt das Furkajoch hinauf und auf der anderen Seite nach Damüls, aus dem Großen Walsertal das Faschinajoch in dieselbe Höhenzone. Beides sind schmale, kurvenreiche Straßen, die im Winter geschlossen sind. Wer in Laterns, Sonntag oder Fontanella wohnt, sitzt damit nicht in einer Sackgasse, sondern an einem Übergang und kann Runden fahren, statt dieselbe Strecke zurückzunehmen.
Das Gegenstück sind die Durchgangsorte im Klostertal — Braz, Dalaas, Klösterle, Stuben. Von dort bist du mit dem ersten Kilometer auf der Arlberg-Achse, hast aber Bundesstraße, Autobahnzubringer und Bahnlinie im selben engen Tal. Das ist der Handel: kurze Anfahrt gegen Verkehrsgeräusch vor dem Fenster. Zimmer zur Hangseite statt zur Talseite lösen davon einen Teil.
Bregenz, Bludenz, Montafon, Bregenzerwald oder Brandnertal: die Quartierorte im Vergleich
Über den Charakter der Reise entscheidet weniger das Haus als der Ort. Bregenz und der Bodensee sind die Wahl für alle, die abends ans Wasser wollen: Stadt- und Seehotels in jeder Preisklasse, Promenade, Lokale und Kultur direkt vor der Tür, dafür im Sommer voller und teurer. Bludenz ist das klassische Basislager im Süden – die kleine Alpenstadt liegt am Knoten mehrerer Täler, hat Häuser jeder Kategorie sowie Werkstätten und Reifenhändler in der Nähe und ist meist günstiger als die Ferienorte weiter oben. Von dort sind alle südlichen Talschaften ohne lange Anfahrt erreichbar.
Das Montafon mit Schruns, Tschagguns und Gaschurn ist die Ferienregion mit der dichtesten Auswahl an Motorradhotels: viele Häuser mit Garage und Trockenraum, dazu Ferienwohnungen und alpine Ausstattung, weil der Ort aufs Bergpublikum eingestellt ist. Der Bregenzerwald rund um Bezau, Au und Schoppernau ist das ruhige, bodenständige Gegenstück – hier schläfst du im Vorarlberger Gasthof oder beim Urlaub am Bauernhof, einfach, herzlich und günstiger als am See. Und das Brandnertal mit Brand ist etwas für alle, die es richtig still mögen: ein hübsches Bergdorf mit Ferienwohnungen und kleinen Häusern, wenig Trubel, viel Ruhe direkt vor dem Zimmer.
Rheintal und Walgau: die günstige Basis mit Anfahrtszoll
Der bevölkerungsreiche Teil des Landes liegt flach. Dornbirn ist die größte Stadt Vorarlbergs, dazu kommen Feldkirch, Hohenems, Götzis, Rankweil und im Walgau Frastanz, Nenzing und Bludesch. Das ist Wirtschaftsraum, kein Ferienort — und genau darin liegt der Vorteil für Motorradfahrer, die auf den Preis schauen. Die Häuser hier leben vom Geschäftsreiseverkehr und von Messe- und Tagungsgästen, arbeiten das ganze Jahr durch und kennen keine Saisonlücke im Mai oder Oktober. Am Wochenende ist die Auslastung anders verteilt als in den Ferienorten oben in den Tälern.
Was das Rheintal sonst noch mitbringt:
- Werkstätten und Reifenhändler in erreichbarer Dichte, statt einer einzigen Adresse pro Tal
- Schlechtwetter-Alternativen ohne Motorrad — Städte, Museen, Bodensee, dazu Liechtenstein und die Schweizer Seite in kurzer Distanz
- Grenznähe in drei Richtungen: Deutschland im Norden, Schweiz im Westen, Liechtenstein im Süden — Tagesrunden lassen sich über Landesgrenzen legen, ohne den Standort zu wechseln
- Die A14 als schnelle Achse zwischen Bregenz und Bludenz, mit der du die uninteressanten Kilometer abkürzt
Der Preis dafür ist die Anfahrt. Vom Rheintal in die erste ernsthafte Kurve vergeht Zeit, und der Weg führt durch dicht besiedeltes Gebiet mit Ortsdurchfahrten und Ampeln. Wer sich für diese Basis entscheidet, sollte den Weg nach oben kennen: Über das Bödele kommst du von Dornbirn direkt nach Schwarzenberg in den Bregenzerwald — die kurze, kurvige Verbindung, die einem die Fahrt durchs Rheintal erspart. Nach Süden nimmst du den Walgau bis Bludenz und verzweigst dort. Eine Woche im Rheintal heißt in Summe mehr Transferkilometer und weniger Bergpanorama vor dem Frühstückstisch, dafür ein Quartier, das auch dann funktioniert, wenn oben in den Tälern noch alles geschlossen hat.
Motorradhotel, Vorarlberger Gasthof, Ferienwohnung oder Urlaub am Bauernhof
Vorarlberg ist bei der Unterkunft nicht wählerisch. Das klassische Motorradhotel ist die bequemste Lösung, und die dichteste Auswahl davon hat das Montafon: abschließbare Garage, beheizter Skiraum als Trockenraum, frühes Frühstück. Der Vorarlberger Gasthof steht für die traditionelle Variante – ein Wirtshaus mit eigener Küche, gepflegter Stube und einem sicheren Platz im Hof für die Maschine, meist familiengeführt und deutlich günstiger als das Ferienhotel. Für eine ganze Woche ist das die preiswerteste Form, mit Halbpension zu wohnen.
Die Ferienwohnung ist der Gegenentwurf zum Gasthof mit Halbpension: eigener Schlüssel, eigene Küche, Platz zum Trocknen, dafür kochst du nach der Tour selbst und zahlst auf mehrere Fahrer verteilt weniger als für Doppelzimmer. Der Urlaub am Bauernhof ist im Bregenzerwald und in den Seitentälern verbreitet – ruhige Lage, hofeigene Produkte zum Frühstück und fast immer ein trockener Unterstand für das Motorrad. Und wer ganz einfach unterwegs ist, findet in vielen Orten auch Stellplätze und Pensionen für die unkomplizierte Nacht.
Skiorte im Sommerbetrieb: Bettenüberhang, Skiraum und Liftbaustellen
Orte wie Damüls, Faschina, Mellau, Bürserberg, Gargellen oder die Hanglagen über Schruns und Tschagguns sind für den Winter gebaut. Die Bettenzahl richtet sich nach dem Skibetrieb, die Sommernachfrage liegt deutlich darunter. Für dich heißt das: Wo im Februar nichts frei ist, findest du im Juli Platz — und du wohnst in Häusern, die für eine ganz andere Klientel geplant wurden.
Einiges davon kommt Motorradfahrern entgegen. Große Winterbetriebe haben Tiefgaragen statt Freiparkplätzen, und der beheizte Skiraum ist der beste denkbare Trockenraum — Platz, Wärme, Haken, oft ein Schuhtrockner, der auch Stiefel und Handschuhe nimmt. Apartmenthäuser mit eigener Küche gibt es hier häufiger als in den Sommerferienorten, weil Skigruppen so buchen. Halbpension ist in den größeren Häusern der Normalfall, was für Fahrer praktisch ist, die abends nicht mehr in den Ort wollen.
Zwei Dinge gehören auf die andere Seite der Rechnung. Erstens die Lage: Liftnahe Häuser stehen am Hang, und die Zufahrt ist entsprechend steil und eng — mit Gepäck und Sozius auf nassem Kopfsteinpflaster oder Schotter kein Vergnügen. Zweitens der Sommer als Bauzeit. Seilbahnrevisionen, Pistenarbeiten, Straßensanierungen und Hotelumbauten laufen in den Bergorten dann, wenn kein Skibetrieb ist. Ein Skiort im Juli ist deshalb entweder auffallend ruhig oder eine Baustelle mit Baggerverkehr auf der einzigen Zufahrtsstraße. Ob die Bergbahn im Sommer überhaupt fährt, entscheidet zusätzlich darüber, wie belebt der Ort ist — läuft sie nicht, hast du abends oft nur die Hotelbar als Programm.
Hoframpe, Kies und Kaltstart: wo die Maschine über Nacht steht
Zwischen „Parkplatz vorhanden" und einem brauchbaren Stellplatz liegen in Vorarlberg drei Bauformen, und welche du bekommst, hängt am Haustyp. Die Tiefgarage der großen Winterbetriebe in Lech, Zürs, Damüls oder im Montafon ist trocken und verschlossen, hat aber eine steile Rampe und einen beschichteten Betonboden, auf dem ein warmgefahrener Reifen wenig Halt findet – mit vollem Gepäck ist die Abfahrt in die Garage anspruchsvoller als die Straße davor. Gasthöfe und Bauernhöfe im Bregenzerwald und in den Seitentälern bieten stattdessen Hof, Tenne oder Holzunterstand: ebenerdig und bequem anzufahren, dafür oft geschottert und selten abschließbar. Und im Rheintal steht die Maschine häufig auf einem offenen Hotelparkplatz an der Straße, wo Dach und Sichtschutz fehlen.
Zwei Kleinigkeiten im Gepäck erledigen das meiste davon. Eine flache Platte unter dem Seitenständer verhindert, dass die Maschine über Nacht in Kies, aufgeweichter Wiese oder in Asphalt einsinkt, der einen heißen Tag lang in der Sonne stand. Ein Bügel- oder Kettenschloss ersetzt den Bodenanker, den kaum ein Haus verbaut hat – eine Sammelgarage, deren Schlüssel bei zwanzig Gästen liegt, ist ein Wetterschutz und kein Tresor. Papiere, Navigationsgerät und Helm gehören ohnehin mit aufs Zimmer: Ein Helm, der die Nacht draußen verbringt, ist am Morgen klamm.
Beim Trocknen arbeitet die Höhenlage gegen dich. In den Tälern über tausend Metern kühlt es auch im Hochsommer nachts stark ab, und die Heizung ist zwischen Juni und September abgestellt – eine durchnässte Textilkombi trocknet in einem geschlossenen Zimmer nicht durch. Das Wort Trockenraum steht dabei für zwei sehr verschiedene Dinge: für den beheizten Skiraum mit Umluft und Bügeln – und für einen kalten Kellerraum, in dem man die Sachen über einen Stuhl legt. Am Telefon heißen beide gleich. Frag deshalb nach Heizung, Bügeln und Belüftung und nicht nach dem Wort.
Der letzte Punkt betrifft die Nachbarn. Die Ortskerne im Bregenzerwald, im Klostertal und in den Seitentälern sind eng bebaut und morgens still. Ein Kaltstart um sieben Uhr im Hof ist in jedem Zimmer der Hofseite zu hören, bei mehreren Maschinen hintereinander im halben Dorf. Bis zur Ortsstraße schieben und erst dort starten kostet zwei Minuten – und entscheidet mit darüber, ob das Haus im nächsten Sommer wieder Motorradgäste aufnimmt.
Zelten ist in Vorarlberg Gemeindesache – und das Notbiwak die Ausnahme
In Vorarlberg gibt es – anders als im benachbarten Tirol – kein pauschales landesweites Zeltverbot. Geregelt wird das Zelten hier über die Gemeinden. Nach dem Vorarlberger Campingplatzgesetz kann der Bürgermeister das Aufstellen von Zelten außerhalb genehmigter Plätze untersagen, wenn Interessen der Sicherheit, Gesundheit, Landwirtschaft oder des Natur- und Landschaftsschutzes verletzt werden – und viele Gemeinden machen davon Gebrauch. Zusätzlich gilt österreichweit: Im Wald ist das Zelten laut Forstgesetz verboten, rund um Seen und in Schutzgebieten ist eine Genehmigung nötig. Ob eine bestimmte Wiese in Frage kommt, weiß deshalb nur die zuständige Gemeinde – eine landesweite Faustregel gibt es nicht.
Eine Ausnahme ist das alpine Notbiwak: Das ungeplante Übernachten im Freien, zu dem dich eine Verletzung, ein plötzlicher Wettersturz oder die Dunkelheit zwingen, ist in ganz Österreich zulässig. Sobald du das Biwak aber bewusst planst, wird es rechtlich wie Zelten behandelt – und ist damit wieder Sache der Gemeinde. Planbar bleiben damit nur die geregelten Wege: der Campingplatz im Tal, der ausgewiesene Stellplatz oder gleich das Bett in Gasthof und Hütte. Dusche und Trockenraum gibt es dort obendrein.
Alpenvereinshütte ohne Maschine, Zeltwiese im Tal
Wer die eine besondere Nacht hoch oben sucht, findet in Vorarlberg ein dichtes Netz an Alpenvereinshütten – bewirtschaftet, mit deftiger Küche, Lager oder Zimmer und Bergpanorama direkt vor der Tür. Für eine ganze Woche taugt das nicht, für eine Nacht über den Tälern schon. Der Haken für Motorradfahrer liegt in der Zufahrt: Mit der Maschine kommt man nicht bis vor die Tür, sie bleibt unten im Tal. Ohne Reservierung und ohne geklärten Stellplatz für das Motorrad funktioniert eine Hüttennacht deshalb nicht.
Für alle mit Zelt gibt es solide Campingplätze in den Tälern, am Bodensee und am Rand der größeren Orte. In den höheren Tälern wird es auch im Hochsommer nachts empfindlich kühl und morgens klamm.
Bregenzerwald: Vorder-, Mittel- und Hinterwald, Schindelfassaden und die Vorsäß
Der Bregenzerwald wird als eine Region vermarktet, zerfällt für die Standortwahl aber in drei Zonen. Der Vorderwald um Lingenau, Hittisau, Krumbach und Sibratsgfäll liegt niedrig und nah am Rheintal und am Allgäu — kurze Wege nach Bregenz, sanftes Gelände, die günstigsten Betten der Region. Der Mittelbregenzerwald mit Egg, Schwarzenberg, Bezau und Mellau ist die Mitte in jeder Hinsicht: die meiste Infrastruktur, die größte Auswahl an Häusern, gleich weit zu allem. Der Hinterwald mit Au und Schoppernau liegt am höchsten und am dichtesten an den Übergängen zum Tannberg — von hier bist du am schnellsten in den großen Kehren, zahlst das aber mit einer längeren Anfahrt, sobald du in den Süden des Landes willst.
Wer hier übernachtet, wohnt zwischen den typischen Holzhäusern mit ihren silbrig verwitterten Schindelfassaden — eine Bauweise, die Dörfer wie Schwarzenberg, Bezau oder Schoppernau prägt. Aus dieser Gegend stammten die Vorarlberger Barockbaumeister, die im 17. und 18. Jahrhundert weit über die Region hinaus Kirchen und Klöster errichteten; das handwerkliche Selbstverständnis ist bis heute spürbar, vom alten Bauernhof bis zum modernen Holzbau, in dem viele Gasthöfe heute stecken.
Eine Wäldler Besonderheit lohnt eine Erklärung, weil sie in Ortsbeschreibungen ständig auftaucht: die Vorsäß. Die Landwirtschaft hier arbeitet mit drei Stufen — Heimgut im Tal, Vorsäß auf mittlerer Höhe, Alpe ganz oben. Das Vieh zieht im Frühjahr stufenweise hinauf und im Herbst wieder hinunter. Deshalb stehen auf halber Höhe ganze Weiler aus Ställen und Hütten, die nur wochenweise bewohnt sind. Ein Teil davon wird heute vermietet. Das sind einfache Quartiere ohne Hotelbetrieb, dafür allein auf einer Wiese — mit Zufahrten, die je nach Hütte über nicht asphaltierte Wege führen.
Das zweite Markenzeichen liegt auf dem Frühstückstisch. Entlang der Käsestraße Bregenzerwald reihen sich Sennereien, Alpen und Höfe, die ihren Berg- und Alpkäse selbst herstellen — wer beim Bauern oder im Gasthof übernachtet, isst zum Frühstück, was 50 Meter weiter entstanden ist. Den Alltag im Wald prägt die Landwirtschaft ohnehin stärker als der Tourismus. Im September kommt das Vieh von den Alpen zurück, geschmückt und zu Fuß durch die Dörfer — an solchen Tagen sind einzelne Ortsdurchfahrten für Stunden dicht, und wer es nicht weiß, steht mit laufendem Motor in einer Kuhherde. Wer es weiß, plant den Start eine Stunde früher oder bleibt für den Vormittag im Ort.
Als Motorrad-Standort ist der Wald die gemütliche Variante: kurze, kurvige Verbindungen von Ort zu Ort, ruhige Häuser, faire Preise, kein Pass-Revier, sondern ein Charakter-Quartier. Für die großen Alpenpässe bist du von hier weiter weg als aus dem Montafon oder vom Arlberg-Rand — dafür fährst du morgens entspannt los, ohne Trubel vor der Tür.
Kleinwalsertal: Vorarlberger Gemeinde mit deutscher Postleitzahl
Das Kleinwalsertal ist eine geografische Besonderheit, die für die Quartierwahl mehr zählt als jede Sterne-Zahl. Das Tal gehört zu Vorarlberg, ist auf der Straße aber nur über Deutschland zu erreichen — von Oberstdorf im Allgäu aus führt die einzige Zufahrt herein, zum übrigen Österreich gibt es keine Straßenverbindung. Wer hier oben in Riezlern, Hirschegg, Mittelberg oder im hintersten Baad übernachtet, schlägt sein Basislager am Ende einer Sackgasse auf: Die Straße endet in Baad, und jede Ausfahrt beginnt und endet wieder in Richtung Oberstdorf.
Im Alltag funktioniert das Tal deshalb nach Allgäuer Regeln. Die Orte tragen deutsche Postleitzahlen und deutsche Telefonvorwahlen, die Versorgung läuft über Oberstdorf und das Allgäu, und historisch war das Tal über ein Jahrhundert lang Zollanschlussgebiet an Deutschland — die Wirtschaft war lange nach Norden ausgerichtet, bevor der gemeinsame Binnenmarkt die Grenze ohnehin entwertete.
Für Motorradfahrer ist die Sackgassenlage der eigentliche Reiz. Kein Durchgangsverkehr, ruhige Nächte, ein Tal, das sich am Abend leert. Rechne aber ein, dass du nicht auf der anderen Seite wieder hinausfährst — Rundkurse führen dich immer über den Allgäuer Zulauf zurück. Als Bett bieten sich hier oft klassische Walserhäuser an: die kompakte, holzverschalte Bauform der Walser, die das Tal im Mittelalter besiedelt haben. Viele Häuser sind auf Aktivgäste eingestellt und haben Trockenraum und einen sicheren Unterstand — beim Buchen trotzdem klären, wo die Maschine über Nacht steht.
Der Gästemarkt im Tal ist deutsch geprägt, entsprechend richten sich Belegung und Preisspitzen nach den bayerischen und baden-württembergischen Schulferien, nicht nach den österreichischen. Wer eine Woche mit deutschen Ferienterminen kollidiert, findet oben wenig, während im Montafon noch Betten frei sind — und umgekehrt.
Der zweite Punkt ist der Zuschnitt der Touren. Vom Kleinwalsertal aus liegt das Allgäu vor der Tür, ebenso der Weg über den Bregenzerwald zum Tannberg. Der Süden Vorarlbergs — Montafon, Klostertal, Brandnertal — ist dagegen weit weg, weil du erst wieder ins Allgäu hinaus und dann außen herum musst. Als Standort taugt das Tal für alles, was im Norden liegt. Wer Vorarlberg von Süd bis Nord abfahren will, liegt hier falsch, egal wie gut das Haus ist.
Montafon als Basis, solange die Silvretta-Westrampe gesperrt ist
Die Silvretta-Hochalpenstraße zählt zu den großen Namen der Alpen: von Partenen im hinteren Montafon über die Bielerhöhe mit ihrem Stausee hinüber nach Galtür im Tiroler Paznaun. Für viele ist sie der Grund, das Montafon überhaupt als Basislager zu wählen. Für die Planung ist deshalb entscheidend: Die Westrampe von Partenen hinauf zur Bielerhöhe ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt, mit einer Wiedereröffnung wird voraussichtlich erst um das Jahr 2030 gerechnet. Vom Montafon aus fährst du also aktuell nicht direkt auf die Silvretta hinauf — die Auffahrt ist zurzeit nur von der Tiroler Seite über Galtür offen.
Als Quartier bleibt das Montafon trotzdem stark. Partenen, Gaschurn oder Schruns sind gute Ausgangspunkte für den Arlberg, das Klostertal und die Wege rund um Bludenz, und die Häuser sind auf Bergpublikum eingestellt. Wer die Silvretta fest im Programm hat, plant die Anfahrt für die Dauer der Sperre über die Ostseite und nutzt das Montafon als Basis für alles andere in dieser Ecke. Aus der gesperrten Rampe wird so ein längerer Fahrtag, kein gestrichenes Ziel.
Lech, Warth und der Arlberg-Rand: der Pass vor der Haustür
Am östlichen Rand Vorarlbergs, oben auf dem Tannberg, liegen Lech, Zürs, Warth und Schröcken — im Winter mondäne Skiorte, im Sommer ruhige Höhenquartiere mit einem seltenen Vorteil: Der Pass beginnt praktisch vor der Tür. Von Lech und Zürs führt der Flexenpass zum Arlberg, von Warth und Schröcken der Hochtannbergpass hinunter in den Bregenzerwald, und bis zum Arlbergpass nach Tirol sind es nur wenige Kilometer. Wer sein Basislager hier oben aufschlägt, spart sich jeden Morgen die Anfahrt und ist mit dem ersten Kilometer in den Kehren. Auch diese Tannberg-Dörfer gehen übrigens auf die Walser zurück, die den Hochlagen ihre Siedlungen abgerungen haben.
Zwei Dinge musst du hier einplanen. Erstens das Preisniveau: Die Orte leben vom Wintertourismus, entsprechend hochwertig — und teurer — sind viele Häuser. Zweitens die Saison. Auf dieser Höhe ist der Sommer kurz, und etliche Betriebe schließen in der Zwischensaison im Frühjahr und Spätherbst ganz. Wer direkt am Fuß der Pässe schlafen will, braucht deshalb eine frühe Buchung: Häuser mit Garage sind hier oben schneller ausgebucht als unten im Tal.
Werkstatt, Reifen und Tanken: warum die Talachse die Rückfallebene ist
Die technische Versorgung des Landes hängt an derselben Linie wie alles andere: Rheintal, Walgau, Bludenz. Markenwerkstätten, Reifendienste und Zubehörhändler sitzen dort, wo ganzjährig Kundschaft wohnt – in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz. In den Ferienorten der Seitentäler gibt es Kfz-Betriebe für Autos und Sportgeschäfte für Ski und Räder, aber niemanden, der kurzfristig einen Motorradreifen auf der Felge hat. Für ein Standquartier heißt das: Ein Bett im Talschluss ist im Pannenfall eine andere Ausgangslage als eines am Talausgang, und der Unterschied misst sich nicht in Kilometern, sondern in halben Tagen.
Eine Alpenwoche beansprucht das Material stärker als eine Woche Landstraße. Dauerkehren gehen auf die Reifenflanken, ständiges Bremsen und Anfahren auf Beläge und Kupplung, lange Auffahrten bei Hitze auf die Kühlung. Wer mit grenzwertigem Profil anreist, ruft besser vor der Tour in einer der Talstädte an und lässt den Reifen bestellen, statt vor Ort auf gut Glück zu fragen – im Sommer ist auch für die Werkstätten Hauptsaison, und passende Größen liegen selten im Regal.
Beim Tanken gilt dasselbe Gefälle. Die Dichte nimmt zum Talschluss hin ab, in kleinen Orten schließen die Stationen am Abend, und oben auf Furkajoch, Faschinajoch oder Hochtannberg gibt es gar keine. Volltanken gehört deshalb zum Feierabend im Tal und nicht zum Morgenprogramm. Bleibt die Maschine tatsächlich liegen, wird das Quartier zum Logistikzentrum, und zwei Fragen entscheiden über den Rest der Woche: ob der Betrieb ein Ersatzteilpaket annimmt, und ob die Maschine über die Reparaturzeit stehen darf, ohne dass das Zimmer weiterläuft. Das Rheintal hat durchgehenden Bahnanschluss nach Deutschland und in die Schweiz – eine Heimreise ohne Motorrad ist von dort machbar. Aus einem Talschluss heraus hängt derselbe Weg an Bussen mit dünnem Takt.
Gästeblatt, Gästetaxe und was am Abreisetag auf der Rechnung steht
Österreich verlangt von jedem Beherbergungsbetrieb ein Gästeverzeichnis, und das gilt vom Hotel in Lech bis zur Frühstückspension im Klostertal. Jeder Gast füllt bei der Ankunft ein Gästeblatt aus und unterschreibt es, auch der Sozius und jedes Mitglied einer Gruppe, und dazu will der Wirt einen Lichtbildausweis sehen. Für Motorradfahrer ist das ein banaler Punkt mit großer Wirkung: Liegt der Ausweis zuunterst im Seitenkoffer unter der Regenkombi, packt nach der Ankunft die halbe Gruppe noch einmal aus. Ausweis und Buchungsbestätigung gehören in die Innentasche der Jacke oder in den Tankrucksack.
Der zweite feste Posten ist die Gästetaxe. Sie fällt pro Person und Nacht an, steckt in aller Regel nicht im genannten Zimmerpreis und erscheint auf der Rechnung als eigene Zeile. In vielen Orten hängt eine Gästekarte daran, die der Betrieb beim Einchecken ausstellt; was sie im Sommer abdeckt – Ortsbus, Bergbahn, Bad –, unterscheidet sich von Tal zu Tal und klärt sich nur direkt beim Haus. Wer seine Woche aufteilt und ein paar Nächte am Bodensee und ein paar im Montafon schläft, zahlt sie in beiden Orten.
Beim Vergleich zweier Angebote lohnt deshalb der Blick auf den Endbetrag statt auf die genannte Zahl. Ein Haus nennt den Preis pro Person im Doppelzimmer mit Halbpension, das nächste den Zimmerpreis mit Frühstück; dazu kommt bei beiden die Gästetaxe und beim einen der Einzelzimmerzuschlag, der Alleinfahrer trifft, weil echte Einzelzimmer knapp sind. Lass dir die Bestätigung schriftlich geben, mit Preis pro Person, Verpflegungsart, Anzahlung und Stornofrist. Und setz nicht auf eine einzige Zahlungsart: Kleine Höfe und Pensionen in den Seitentälern rechnen bar ab, und der nächste Bankomat steht im Hauptort des Tals.
Bodensee-Hochsommer, Schulferien und die kurze Saison der Höhenbetriebe
Die Quartier-Saison in Vorarlberg läuft grob von Mai bis Oktober. Am Bodensee ist der Hochsommer die vollste und teuerste Zeit – wer dort schlafen will, bucht früh. In den höheren Tälern wie Montafon und Brandnertal ist der Sommer dagegen die einzige verlässliche Zeit: Viele Ferienbetriebe und die Alpenvereinshütten haben nur in der warmen Jahreshälfte geöffnet, teils erst ab Juni, und die Bettenzahl dort oben ist klein. Wer oben übernachten will, ist auf die Öffnungszeiten des einzelnen Hauses angewiesen und braucht eine Reservierung. In der Nebensaison – Mai, Juni und September – fährt es sich am ruhigsten und günstigsten, während es unten im Rheintal längst heiß ist.
Für die Buchung entscheidend sind die Ferienzeiten: Vorarlberg ist bei deutschen und Schweizer Gästen beliebt, in den österreichischen und süddeutschen Schulferien sowie an langen Wochenenden sind die guten Häuser früh voll und teurer. Wer flexibel ist, meidet diese Fenster. Grundsätzlich gilt: Unter der Woche ist mehr frei und günstiger als am Wochenende, und für Gasthöfe und Ferienwohnungen im Tal reicht oft eine kurzfristigere Buchung – für Motorradhotels mit Garage im Montafon und für die Hütten dagegen solltest du früh dran sein.
Wenn das Portal nichts zeigt: Vorarlberg Tourismus und die regionalen Büros
Wenn du vor Ort noch etwas brauchst – eine Unterkunft für die nächste Nacht, einen Tipp zu einem Hof oder einfach Kartenmaterial – sind die örtlichen Tourismusbüros die richtige Anlaufstelle. Über allem steht Vorarlberg Tourismus als Landesstelle, darunter die regionalen Büros: die Alpenregion Bludenz, Montafon Tourismus in Schruns, Bregenzerwald Tourismus in Egg sowie die Info-Stellen in Bregenz und im Brandnertal. Sie kennen die Häuser, vermitteln auch Gasthöfe und Bauernhöfe und wissen, wo gerade noch ein Zimmer frei ist.
Viele Betriebe geben ihre letzten freien Betten lieber direkt weiter, als Provision an ein Portal zu zahlen – ein Anruf am Vormittag lohnt sich also fast immer, besonders in der Hauptsaison und für die bikergerechten Häuser mit Garage.
Woran du ein gutes Motorradhotel in Vorarlberg erkennst
Nicht jedes Haus ist auf Motorradfahrer eingestellt. So sieht es bei den 29 Häusern aus, die hier gelistet sind:
Abschließbare Garage
Garage oder Carport: 11 von 29 Häusern. Die Maschine steht nachts trocken und aus dem Blick.
Trockenraum
Trockenraum: 5 von 29 Häusern. Nasse Kombi und Handschuhe sind morgens wieder tragbar.
Schrauberecke & Waschplatz
Schrauberecke: 1 von 29 Häusern. Werkzeug, Kettenspray und ein Platz zum Abspritzen.
Tourentipps vom Wirt
Tourentipps vom Gastgeber: 5 von 29 Häusern. Gefahrene Strecken statt Prospektrouten.
Ladepunkt
Lademöglichkeit: 4 von 29 Häusern. Für alle, die elektrisch unterwegs sind.
Geprüfte Bewertungen
Gästebewertungen liegen vor für 29 von 29 Häusern.

